Breite Einigkeit in zentralen Forderungen beim Agrarpolitischen Tag: GAP praxisnah reformieren
Gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg war die Norddeutsche Pflanzenzucht (NPZ) am 29. Mai bereits zum 33. Mal Gastgeber des Agrarpolitischen Tages am Standort Malchow auf der Insel Poel (Mecklenburg-Vorpommern). Rund 150 Landwirte, Verpächter, Nachbarn sowie Vertreter aus Politik und Verbänden nahmen an der Veranstaltung teil. In diesem Jahr stand die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) im Mittelpunkt.
Felix Lutz erläuterte die GAP-Vorschläge der EU im Rahmen des Finanzrahmens.
GAP-Reform vor entscheidender Weichenstellung
Mit Blick auf die kommende Förderperiode ab 2028 steht die europäische Agrarpolitik vor einer richtungsweisenden Reform. Felix Lutz von der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission stellte die aktuellen Konzeptansätze aus Brüssel vor. Seine Botschaft lautete: „Das Bewährte wird bewahrt – es handelt sich um eine Evolution, nicht um eine Revolution.“ Diese Einschätzung wurde von den weiteren Referenten jedoch kritisch hinterfragt.
Deutliche Kritik aus Praxis und Politik
Stefanie Sabet (Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes), Dr. Till Backhaus (Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV) sowie Karsten Trunk (Präsident des Bauernverbandes MV) äußerten übereinstimmend ihre Sorge über mögliche negative Auswirkungen der geplanten Änderungen. Im Fokus der Kritik standen insbesondere drohende Einkommensverluste für landwirtschaftliche Betriebe, mögliche Kürzungen oder veränderte Ausgestaltung der Agrarumweltmaßnahmen und eine abnehmende Planungssicherheit für Betriebe und ländliche Regionen.
In seinem Schlusswort begrüßte Gastgeber Dietmar Brauer eine Anregung von Minister Dr. Till Backhaus, durch Praxisversuche mit neonikotinoid-gebeiztem Winterrapssaatgut fundierte Erkenntnisse zu möglichen Auswirkungen auf Bienen zu gewinnen. Darüber hinaus forderte er die Politik auf, Agrarbiodiesel steuerlich zu entlasten sowie auf EU-Ebene eine umfassende Proteinstrategie zu etablieren.
Und so herrschte Einigkeit zwischen Gastgeber, Minister, Bauernverband und dem Moderator Daniel Bohl (Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg) in einer zentralen Forderung an die EU-Institutionen: „Landwirte brauchen keine Experimente, sondern verlässliche Rahmenbedingungen.“
Im Rahmen des Agrarpolitischen Tages waren die NPZ-Zuchtgärten zu besichtigen.
